48 Stunden in Lissabon // © Sarah Gessner
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48 Stunden in Lissabon

AUSPROBIERT – Lissabon in aller Munde! Besucherzahlen, Medienberichten und Freundeskreisumfragen zufolge, tummeln sich in diesem Jahr so gut wie alle in der portugiesischen Hauptstadt. Das kann nur einen Grund haben: Pastéis de Nata, traditionelle kleine Pudding-Törtchen mit Superpower. 

Sie sind süß und samtig, handlich, außen fest, innen ganz weich und im besten Fall warm. Obendrauf streuselt der Kenner noch Zimt und Zucker, bevor er reinbeißt und dahinschmilzt. Und genauso ist es mit Lissabon – die unkomplizierte Stadt am Tejo ist nicht zu glatt, hat Schrammen und Falten in ihren herrlichen Zuckerbäcker-Pastell-Fassaden, sie ist hip wie Barcelona, nur weniger angestrengt, erschwinglich und sehr gelassen. Eine einzige Verführung …

Wer noch nicht dort war, macht sich besser schnell auf den Weg und nimmt den einen oder anderen COOL PLACES-Tipp mit.

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Großer Empfang

Schon beim Landeanflug auf Lissabon gilt: Kamera gezückt halten. Wer aus süd-westlicher Richtung einschwebt, kann einen ersten Blick auf die Christus-Statue in Almada und die rote Hängebrücke „Ponte de 25 Abril“ werfen.

Vom Flughafen geht es per Taxi oder U-Bahn direkt ins Stadtzentrum und gleich auf Erkundungstour. Oder auch nicht – wie in unserem Fall. Das Apartment „Campo Grande“ im Baixa House ist perfekt gelegen und einfach zu schön, um nahtlos durchzustarten. Also staunen wir erst einmal. Aber dazu später mehr …

Tag 1 – Design, Kunst und Köstlichkeiten

48 Stunden in Lissabon // © Sarah Gessner 48 Stunden in Lissabon // © Sarah Gessner

LXFactory
Das erste Ziel des Tages ist trotz seiner Außenlage mit der Tram Nr. 15 vom Praça do Comércio  schnell erreicht: die LXFactory. Einst Heimat einer Textilfabrik ist die Industriebrache in Alcântara heute Schau- und Tummelplatz der kreativen Szene. Von Concept Stores über Design Studios, Interior Shops und Gastronomie bis zum Magazin-Kiosk ist für jeden etwas dabei und ein halber Tag schnell rum.

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MAAT Museum
Das nächste „Muss“, das neue futuristische Gebäude des MAAT Museums, ist gar nicht weit entfernt und ebenfalls mit der Tram Nr. 15 zu erreichen (Haltestelle Belém). Architektin Amanda Levete hat neben das alte Elektrizitätswerk eine Welle aus weißen Kacheln direkt an die frisch sanierte Uferpromenade gelegt. Zeitgenössische Kunst, Architektur und Technologie werden hier in wechselnden Ausstellungen gezeigt.

Wem anschließend nach Frischluft ist, der spaziert am Wasser entlang, vorbei am Padrão dos Descobrimentos, dem Denkmal der Entdeckungen, bis zum Pavillon-Café und Sonnenuntergangs-Spot Á margem.

Frisch gestärkt, und Lissabon sicher längst verfallen, geht es von Belém mit der Tram zurück ins Stadtzentrum. Direkt gegenüber der Haltestelle ist die berühmte Patisserie Pastéis de Belém. Doch Vorsicht: Die besten Pudding-Törtchen gibt es nach dem Dinner im Time Out Market.

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Time Out Market
2014 hat sich der portugiesische Zweig des Magazins „Time Out“ der alten Markthalle Mercado da Ribeira angenommen und mit budengroßen Dependancen der besten lokalen Restaurants den Food-Hotspot der Stadt geschaffen. Direkt links neben dem Eingang gibt es bis Mitternacht die köstlichsten, immer frischen Pastéis de Nata bei Manteigaria für 1 € pro Stück.

Tag 2 – Shopping, Schauplätze und ein Tuk Tuk

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Baixa
Lissabon hat es geschafft, sich zu modernisieren und trotz stetig steigender Aufmerksamkeit und Touristenansturm ein charaktervolles Gesicht zu bewahren. Ein Einkaufsbummel startet am Praça do Comércio und führt über die meist kettengesäumte Rua Augusta durch das Baixa-Viertel bis zum schmiedeeisernen Aufzug, dem Elevador de Santa Justa.

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Chiado
Bergauf geht es weiter zu den schickeren Shops über die Rua do Carmo und die Rua Garrett in das Chiado-Viertel. Dort regiert Star-Koch José Avillez. Für eines seiner zahlreichen Restaurants von Belcanto bis Café Lisboa sollte man durchaus eine Pause einplanen. Und wenn es nur im Merchandising- Bereich seines jüngsten Gastro-Tempels dem Bairro do Avillez in der Rua Nova da Trindade ist.

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Von dort ist es nicht mehr weit bis zu einem der schönsten Aussichtspunkte Lissabons – dem Miradouro de São Pedro de Alcântara. Die Sicht ist fantastisch, genauso wie die knusprigen Brote im parkeigenen Café. Hier entspannt es sich herrlich im Großstadtgewusel.

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Príncipe Real
Mit einer kleinen Kraftreserve führt der Weg dann weiter hoch in das Trend-Viertel Príncipe Real. Gleich gegenüber vom gleichnamigen Park steht ein arabisch anmutender Stadtpalast. Darin befindet sich die Embaixada (Deutsch: Botschaft), ein großer sehenswerter Concept Store. In den einzelnen Zimmern sind unterschiedlichste Shops von Babykleidung über Interieur bis zur Galerie und Gin Bar untergebracht.

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Alfama im Tuk Tuk
Der größte Spaß kommt aber zum Schluss. Das verwinkelte Alfama-Viertel erkunden wir mit dem Tuk Tuk. Unser Fahrer Paulo, smarter Silver Fox und waschechter Lissabonner, zeigt uns Orte, die wir auf eigene Faust und zu Fuß an einem Nachmittag unmöglich hätten sehen können. Er versorgt uns mit Hintergrundinformationen und Alltagsanekdoten. Nur unser mangelndes Interesse an der Besichtigung zahlreicher Kirchen irritiert ihn etwas. Unsere Fahrt endet an der Avenida da Liberdade, auf der sich Vertretungen sämtlicher Luxuslabels wie Perlen einer Kette aneinanderreihen.

Großer Abschied
Steigt der Flieger Richtung Nord-Osten wieder auf, heißt es: Schnell im Sitz verdrehen und die letzte Fotooption nutzen – unten spannt sich eine der längsten Brücken der Welt, die Ponte Vasco da Gama.

Até logo, Lisboa!

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